
Mit der umfassenden Neugestaltung seiner Dauerausstellung leitet das Historische Museum Saar eine mehrjährige Modernisierungsphase ein. Den Auftakt bildet die Wiedereröffnung der Unterirdischen Burg und des Roten Turms, die nach mehrmonatigem Umbau ab dem 14.05. für dieÖffentlichkeit wieder zugänglich sind. Ziel der Neukonzeption ist es, die außergewöhnliche historische Substanz des Ortes stärker sichtbar zu machen und zugleich neue Wege der interaktiven und spannenden Geschichtsvermittlung zu eröffnen.
Bereits im Vorraum zur Burganlage bietet eine interaktive Kartenanimation einen anschaulichenÜberblick über die territoriale Entwicklung der Grafschaft Saarbrücken. In Verbindung mit archäologischen Funden vom Schlossfelsen entsteht ein facettenreiches Bild der politischen und räumlichen Entwicklung der Region. „Wir sind neue Wege gegangen, um den Besucherinnen und Besuchern ein ganz neues Erlebnis zu schaffen“, so Museumdirektor Dr. Peter Henkel.
Die Unterirdische Burg präsentiert sich mit einer deutlich erweiterten und modernisierten Ausstellung. Interaktive mediale Inszenierungen veranschaulichen die bis zu 14 Meter unter der Erde liegenden Architekturfragmente und ihre Bauphasen. Projektionen auf die historische Bausubstanz machen verborgene Strukturen sichtbar und ordnen sie in ihren historischen Kontext ein. Ein besonderes Highlight ist ein großformatiger Animationsfilm, der die Entwicklung der Burgen und Schlösser auf dem Schlossfelsen von der frühmittelalterlichen Turmburg um das Jahr 999 bis in die Gegenwart eindrucksvoll nachzeichnet. „Gerade für den Regionalverband Saarbrücken ist dieses Projekt von besonderer Bedeutung. Denn das heutige Saarbrücker Schloss, der Sitz des Regionalverbandes, steht gewissermaßen auf den Mauern der alten Burganlage. Vergangenheit und Gegenwart sind hier auf einzigartige Weise miteinander verbunden“, betont Dr. Carolin Lehberger, Regionalverbandsdirektorin und Vorsteherin des Zweckverbands Historisches Museum Saar.
Auch das Ballenhaus bietet ein außergewöhnliches Erlebnis: Auf den Resten eines historischen Jeu de Paume-Spielfeldes wird das Ballenhaus des Renaissanceschlosses digital rekonstruiert. Grafensohn Philipp führt dabei durch Ursprung und Regeln des tennisähnlichen Spiels, das Besucherinnen und Besucher interaktiv entdecken und selbst erproben können.
Der neu konzipierte Rote Turm richtet sich insbesondere an ein jüngeres Publikum. Vielfältige Hands-on-Elemente ermöglichen einen spielerischen Zugang zur mittelalterlichen Lebenswelt und greifen zentrale Fragen auf: Was war eine Burg? Wer lebte dort? Was wurde gegessen? Welche Kleidung wurde getragen? Welche Aufgaben hatte ein Ritter?
Mit der Neugestaltung setzt das Historische Museum Saar einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg, seine Ausstellungen bis 2028 vollständig zu modernisieren und die Geschichte des Landes für ein breites Publikum neu erfahrbar zu machen.
Bildungs- und Kulturministerin Christine Streichert-Clivot: „Geschichte wird besonders dann spannend, wenn man sie selbst entdecken und erleben kann. Genau das gelingt dem Historischen Museum Saar mit der neugestalteten Unterirdischen Burg und dem Roten Turm auf beeindruckende Weise. Die Ausstellungen machen neugierig, laden zum Mitmachen ein und eröffnen ganz unterschiedliche Zugänge zur Geschichte unseres Landes–für Kinder, Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen. So wird das Museum zu einem Ort, an dem Lernen, Entdecken und Erleben ganz selbstverständlich zusammenkommen.“
Die Umsetzung erfolgte in Zusammenarbeit mit dem Gestalterteam ARGE PRJKTR und Tatwerk sowie weiteren externen Expertinnen und Experten.
Das Historische Museum Saar dankt seinen Trägern sowie dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien für die großzügige Förderung.
Foto: ©Hismus/Oliver Dietze
