
Der Konzertsaal des KKL Luzern. (Luzerner Sinfonieorchester/Philipp Schmidli)
Vom 11. bis 17. Januar 2027 wird Luzern zum sechsten Mal zum unumstrittenen Epizentrum der internationalen Klavierszene. Das Luzerner Sinfonieorchester hat das Programm für das renommierte Klavierfestival „Le Piano Symphonique“ vorgestellt, das ganz im Zeichen eines großen Jubiläums steht: Gefeiert wird der 85. Geburtstag der legendären Pianistin Martha Argerich.
Seit seiner Gründung im Jahr 2022 beleuchtet das Festival das Klavier in all seinen Facetten – ob solistisch, kammermusikalisch oder eingebettet in großen sinfonischen Klang. Auch für die Ausgabe 2027 ist es dem künstlerischen Leiter Numa Bischof Ullmann gelungen, eine exquisite Mischung aus Weltstars, visionären Grenzgängern und vielversprechenden Entdeckungen an den Vierwaldstättersee zu holen.
Ein Festival im Zeichen der Jubiläen
Die argentinische Jahrhundertpianistin Martha Argerich, die dem Festival als „Pianiste Associée“ eng verbunden ist, feiert am 5. Juni 2026 ihren 85. Geburtstag. Das Festival im Januar 2027 widmet ihr gleich mehrere prominente Abende.
Bereits das Eröffnungskonzert am 11. Januar setzt ein Ausrufezeichen: Gemeinsam mit dem Luzerner Sinfonieorchester unter der Leitung von Gregory Ahss widmet sich Argerich dem Schaffen von Robert Schumann, unter anderem mit dessen ikonischem Klavierkonzert in a-Moll.
Ein historischer Moment bahnt sich für den 13. Januar an. Dann teilen sich mit Martha Argerich, Mikhail Pletnev und Yunchan Lim drei Generationen der absoluten Klavier-Weltklasse die Bühne. Auf dem Programm steht unter anderem eine mit Spannung erwartete Uraufführung: Eine Transkription von Franz Schuberts „Unvollendeter“ Sinfonie für zwei Klaviere, aus der Feder von Mikhail Pletnev selbst.
Am 16. Januar folgt die offizielle Jubiläumsgala, die gleich doppelt Grund zum Feiern bietet: Neben Argerichs 85. Wiegenfest steht auch der 90. Geburtstag des Dirigenten-Schwergewichts Charles Dutoit im Mittelpunkt. Das Festkonzert vereint die beiden Legenden mit Frédéric Chopins erstem Klavierkonzert und Igor Strawinskys „Petruschka“.
Von Kammermusik bis Jazz-Weltpremiere
Neben den großen Orchesterabenden besticht das Festival durch seine programmatische Vielfalt:
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Kammermusik auf Top-Niveau (14. Januar): Martha Argerich musiziert im intimen Rahmen mit hochkarätigen Weggefährten wie Janine Jansen, Mischa Maisky und Dong Hyek Lim. Präsentiert werden Werke von Beethoven, Schumann, Schostakowitsch und Rachmaninow.
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Musikalische Grenzgänge: Der japanische Ausnahmepianist Hayato Sumino bewegt sich in seinem Programm stilsicher zwischen „Chopin Orbit“ und George Gershwin’s „Rhapsody in Blue“.
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Jazz-Highlight: Mit Brad Mehldau kommt einer der prägendsten Jazzpianisten der Gegenwart nach Luzern. Er bringt neben seinen „Fourteen Reveries“ und Auszügen aus seinen „Song Books“ eine echte Sensation mit: die Weltpremiere von „The Fifteenth Reverie“, einem exklusiven Auftragswerk des Festivals.
Bühne für Entdeckungen und den Nachwuchs
Dem Anspruch, nicht nur Bühne für etablierte Stars, sondern auch Ort der Weitergabe und Entdeckung zu sein, wird das Festival auch bei den beliebten Lunchkonzerten gerecht. So gibt die junge Pianistin Sophia Liu mit Werken von Alkan, Chopin und Tschaikowsky ihr vielversprechendes Festival-Debüt, während Anna Geniushene im stimmungsvollen Ambiente des Hotels Schweizerhof Luzern zu erleben sein wird. Zudem wird Cellolegende Mischa Maisky in einem außergewöhnlichen Auftritt gemeinsam mit jungen Talenten musizieren.
Starke private Förderung sichert die Zukunft
Dass ein Festival dieser Größenordnung ohne öffentliche Gelder realisiert werden kann, verdankt „Le Piano Symphonique“ exklusiv privater Förderung. Für die anstehende Ausgabe konnten Dr. Christoph M. Müller und Sibylla M. Müller, die dem Luzerner Sinfonieorchester bereits seit 2012 eng verbunden sind, als neue Hauptmäzene gewonnen werden.
Das vollständige Festivalprogramm sowie Informationen zum Ticketvorverkauf sind ab sofort auf der offiziellen Website unter lepianosymphonique.ch abrufbar.
Elisa Cutullè
