Kunstfrühling voller Höhepunkte in den Museen der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz (SSK): Vier neue Ausstellungen im Mai und Juni

Ausstellung Bernd Kissel_DZM_Känguru-Comics_klein

 

 

Die Museen der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz (SSK) stehen vor einem ereignisreichen Halbjahr. Mit gleich vier großen Ausstellungseröffnungen im Mai und Juni verwandeln die Moderne Galerie, die Alte Sammlung und das Deutsche Zeitungsmuseum das Saarland in einen Hotspot für Kunstbegeisterte. Das Spektrum reicht von globalen Video-Installationen bis hin zu den weltberühmten Ikonen der Pop-Art.

Von einem „Kunstfrühling voller Höhepunkte“ zu sprechen, ist in diesem Fall keine Übertreibung. Die kommenden Monate versprechen eine dichte Abfolge hochkarätiger Premieren, die sowohl lokale Wurzeln schlagen als auch internationalen Glanz nach Saarbrücken und Wadgassen bringen.

Andy Warhol: Wenn Kunst zur Serie wird

Den wohl größten Namen bringt der Juni in die Moderne Galerie des Saarlandmuseums. Mit „Andy Warhol. Ikonen“ (20. Juni bis 18. Oktober) widmet sich das Haus dem unangefochtenen König der Pop-Art. Im Fokus stehen dabei nicht nur die plakativen Motive, die jeder kennt – von Suppendosen bis hin zu berühmten Gesichtern –, sondern vor allem Warhols revolutionärer Umgang mit der seriellen Produktion. Die Ausstellung zeigt auf, wie Warhol die Grenzen zwischen Hochkultur und Konsumwelt einriss und die Mechanismen der medialen Vermarktung zur Kunstform erhob.

Die Welt tanzt in der Modernen Galerie

Bereits im Mai wird es in der Modernen Galerie dynamisch. Die niederländische Künstlerin Anouk Kruithof präsentiert mit „Universal Tongue“ (9. Mai bis 3. Januar 2027) ein monumentales Werk der Gegenwartskunst. Für ihre achtkanalige Videoinstallation wertete ein internationales Team über 8.800 Online-Videos aus. Das Ergebnis ist eine pulsierende Collage aus mehr als 1.000 Tanzstilen. Kruithof zeigt Tanz als universelle Sprache der Menschheit – ein faszinierendes Archiv, das rituellen Tanz ebenso umfasst wie digitale Trends oder Popkultur.

Ein Comeback für die Alte Sammlung

Besonders symbolträchtig ist die Rückkehr des Ausstellungsbetriebs in die Alte Sammlung des Saarlandmuseums. Nachdem es dort längere Zeit ruhig war, sorgt nun „Alte Sammlung Reloaded“ für frischen Wind. Ab dem 30. Mai begegnen sich dort die Epochen: Der britische Gegenwartskünstler Paul Morrison – bekannt für seine markanten, oft großformatigen schwarz-weißen Naturdarstellungen – tritt in einen Dialog mit den Meisterwerken der historischen Sammlung. Morrisons präzise Pflanzenwelten fordern die klassischen Sehgewohnheiten heraus und lassen die Landschaftsmalerei vergangener Jahrhunderte in völlig neuem Licht erscheinen.

Comic-Kunst aus der Heimat

Auch das Deutsche Zeitungsmuseum in Wadgassen setzt einen Akzent mit regionalem Bezug, der weit über die Landesgrenzen hinausstrahlt. Vom 17. Mai an rückt das Werk von Bernd Kissel ins Rampenlicht. Der 1978 in Saarbrücken geborene Zeichner hat sich spätestens durch die Visualisierung von Marc-Uwe Klings „Känguru-Chroniken“ einen Namen gemacht. Die Schau „BilderWelten – WeltenBilder“ zeigt Originalzeichnungen und gibt Einblick in den Schaffensprozess eines der profiliertesten deutschen Comic-Künstler der Gegenwart.

Mit diesem Programm beweist die Saar-Kulturlandschaft in diesem Sommer eine bemerkenswerte Spannweite. Zwischen der Präzision eines Paul Morrison, dem Humor eines Bernd Kissel, der Energie globaler Tänze und der kühlen Ästhetik Warhols findet sich ein Angebot, das weit über die Region hinaus zur Entdeckung einlädt.

Elisa Cutullè

Comments are closed.