
Vom 4. bis 8. November 2026 verwandelt sich Lübeck erneut in das Zentrum des nord- und nordosteuropäischen Kinos. Mit 186 Filmen, einem neuen Ocean Day, verstärkter Barrierefreiheit und maßgeblichen Wechseln an der Spitze präsentiert sich das traditionsreiche Festival in Bewegung.
Die nordische Filmlandschaft steht vor der Tür: Das Programm der 68. Nordischen Filmtage Lübeck ist offiziell online abrufbar. Fünf Tage lang zeigt das Festival rund 250 Vorstellungen in Lübecker Spielstätten. Inhaltlich prägen Themen wie Familie, gesellschaftlicher Umbruch und ökologischer Wandel die diesjährige Ausgabe – Motive, die sich auch in den Strukturen des Festivals selbst widerspiegeln.
Neue künstlerische Leitung und inhaltliche Schwerpunkte
Mit Hanna Reifgerst übernimmt eine neue Künstlerische Leiterin die Sektionen Spielfilme, Dokumentarfilme und Specials. „Die Welt verändert sich im schwindelerregenden Tempo. Kultur, Kino und Filmfestivals können uns helfen, diese Welt im Wandel zu verstehen“, betont Reifgerst.
Das Leitthema Familie zieht sich durch alle Festivalsektionen: Von der Retrospektive „Buddenbrooks p:re-loaded“ über den Cannes-Gewinner Fjord von Cristian Mungiu bis hin zur finnischen Dokumentation The Arctic Circle of Lust. Einen besonderen Stellenwert nimmt der Schwerpunktthemenbereich Sápmi ein: Die Leiterin des International Sámi Film Institute, Anne Lajla Utsi, wird zur Eröffnung am 4. November mit dem Ehrenpreis ausgezeichnet. Die von ihr kuratierte Hommage gibt Einblicke in die Filmkultur der indigenen Bevölkerung Skandinaviens.
Premieren, Prominenz und Stummfilm-Erlebnis
Das Filmangebot reicht von Debüts über restaurierte Klassiker wie Novemberkatzen (1986, mit Jürgen Vogel in seiner ersten Rolle) bis hin zu internationalen Highlights. Namhafte Gäste wie Jürgen Vogel, Donata Wenders, Monika Treut, Klaus Härö und Nils Gaup werden vor Ort erwartet.
Ein besonderes Highlight bildet der „Ocean Day“ am 3. November im InfinityDome: Dank einer Spende der Possehl-Stiftung ist der Eintritt zu den 360°-Meeresprojektionen frei. Den musikalischen Schlusspunkt setzt am 8. November ein Stummfilmkonzert zu Gerhard Lamprechts Buddenbrooks-Verfilmung von 1923 in der Musikhochschule Lübeck.
Digitaler Ausbau und Abschied der Geschäftsführerin
Auch für das Heimpublikum baut das Festival sein Angebot aus: Unter dem Motto „Dreaming of Streaming“ sind über die Hälfte der Filme sowie sechs Serienformate vom 4. bis 15. November online abrufbar. Zudem schüttet das Festival erstmals 11 Filmpreise im Gesamtwert von 70.000 Euro aus.
Für Geschäftsführerin Susanne Kasimir markiert die 68. Ausgabe ein Jubiläum mit Wehmut: Es ist ihr siebtes und letztes Festival vor dem Eintritt in den Ruhestand im Mai 2027. Unter ihrer Regie wurden unter anderem Barrierefreiheitsangebote massiv ausgebaut und Ticketstrukturen modernisiert.
Ticketvorverkauf startet am 24. Oktober
Der Vorverkauf startet am Samstag, 24. Oktober, um 15:00 Uhr ausschließlich online. Neben Ermäßigungen und kostenlosem Zugang für Schulklassen führt das Festival neue Pässe wie den „Stuzubi-Pass“ und den „Familien(s)pass“ ein. Wer nicht online buchen möchte, kann Tickets während der Festivaltage bargeldlos an den Tageskassen im CineStar Stadthalle erwerben.
Elisa Cutullè
