Top Piyawat: „Von der Bank auf die Leinwand – Mein Herzschlag für die Schauspielerei“

Top PIyawat @ K-Pop Revolution 2- Foto: Elisa Cutullè

 

Während der K-Pop Revolution 2 in Mainz haben wir Top Piyawat getroffen. Der charismatische Star sprach mit uns über seinen Weg vom Banker zum Schauspieler und seine Eindrücke von Deutschland.

Top, der Wechsel aus der Bankwelt ist spannend. Hättest du dir während deines Studiums an der UTCC je träumen lassen, eine Serie wie Every You, Every Me anzuführen?

Ehrlich gesagt, nein. Ich war kein Musterschüler; ich wollte nach der Uni eigentlich nur nach Hause und zocken. Ich habe nach dem Abschluss in einer Bank gearbeitet und nie an die Unterhaltungsindustrie gedacht.

Hat dir dein analytischer Hintergrund in der Bank geholfen, Drehbücher besser zu verstehen?

Es hat mir geholfen, besser mit Menschen zu kommunizieren. Aber es gibt einen großen Unterschied: In der Bank spricht man über Fakten und oft nur über die „guten Seiten“. Als Schauspieler habe ich gelernt, mit dem Herzen zu sprechen.

Was war dein größter „Culture Shock“, als du 2020 mit Roo Mai Krai Sod angefangen hast? Eigentlich alles! Aber am meisten schockiert mich heute mein eigenes Gesicht von damals – ich habe mich optisch seitdem total verändert.

In Every You, Every Me hast du fünf Rollen gleichzeitig gespielt. Wie hast du Sun, Prin, Namping, Pun und Sian mental getrennt?

Ich habe für jeden Charakter ein markantes Merkmal gesucht. Ich muss meinem eigenen Charakter „Top“ danken, dass er es mir erlaubt hat, zwischen diesen Leben hin- und herzuspringen und danach immer wieder ich selbst zu sein.

Welche Szene als Butr in My Universe war emotional am anstrengendsten und wie hast du die Rolle am Feierabend abgeschüttelt?

Butr war anstrengend, weil er so „overacting“ ist, fast wie eine Comicfigur. Aber genau das hat es einfach gemacht: Da er so anders ist als ich, konnte ich die Rolle nach dem „Schnitt“ sofort hinter mir lassen.

In The Bangkok Boy warst du Kawin, eine Nebenrolle. Ändert das deine Vorbereitung im Vergleich zu einer Hauptrolle?

Überhaupt nicht. Jede Figur ist wichtig für den Charme der Serie. Egal ob ich die Geschichte trage oder unterstütze, ich gebe immer mein ganzes Talent, weil jede Rolle für die Story zählt.

Wenn du heute auf Tawan in The Theory Series zurückblickst, welche Technik würdest du heute anwenden?

Ich würde Tawan sagen, dass er Dinge nicht in sich hineinfressen muss. Er sollte mehr reden. Aber ich danke ihm: Ohne Tawan gäbe es den heutigen Top nicht.

In Love Public Company heißt dein Charakter Top. Ist es einfacher, wenn die Figur deinen Namen trägt?

Der Name ist gleich, aber wir sind Gegensätze. Der Serien-Top ist ein strenger Boss; ich im echten Leben bin eher lustig, rede viel und bin total entspannt.

Zwischen Mystery in The Hell Guard und Drama in Loser Dream – welches Genre ist dein „Zuhause“?

Ich fühle mich dort zu Hause, wo Träume sind. In der Traumwelt der Serie kann ich meine Vorstellung von Liebe und Leben am besten zeigen.

Wofür kämpft dein Charakter „I“ in Loser Dream am meisten?

Ohne zu viel zu verraten: Er kämpft für ein Happy End. Im echten Leben gibt es das nicht immer, aber in der Serie suchen wir dieses Glück, auch wenn der Weg bittersüß ist.

Wie würdest du die Chemie des Casts von Moonlit Starlight in drei Worten beschreiben? „Echter Kampf“ (Real fighting). Wir sind sehr intensiv dabei!

Was kannst du uns über den „modernen Twist“ deiner Rolle in Cinderella Boys sagen?

Ich kenne noch nicht alles, aber nach den Workshops ist klar: Mein Charakter ist nicht gerade nett, er ist egoistisch. In diesem modernen Märchen bin ich wohl eher die „böse Stiefmutter“.

Wenn du ein Projekt wie The Bangkok Boy in London oder Rom drehen würdest, wie würde sich deine Energie verändern?

Ich müsste zuerst meine Schuhe wechseln! (lacht). Ich bin nicht so groß wie die Europäer, da müsste ich mich anpassen. Aber ansonsten bin ich bereit: Sag mir den Tag und ich bin in Rom.

Was war die ungewöhnlichste Nachricht, die du je von einem Fan aus Europa bekommen hast?

Es ist toll zu sehen, wie viele Europäer Thai lernen, um mit mir zu sprechen. Wenn sie Worte wie „Teerak“ (Schatz) oder „Narak“ (süß) benutzen, merke ich, dass meine Arbeit wirklich global ist.

 

Für Top Piyawat markiert dieser Besuch seine Premiere auf deutschem Boden, und die Eindrücke sind durchweg positiv. Besonders angetan hat es ihm die frische Brise und das ausgeprägte Sicherheitsgefühl vor Ort. „Deutschland ist einfach herrlich, und die Herzlichkeit der Menschen, die einen überall so freundlich grüßen, ist beeindruckend“, schwärmt er.

Während er in Wiesbaden kurz nach seiner Landung noch die Zeit fand, ein paar Schnappschüsse einzufangen, ließ der straffe Zeitplan in Mainz bisher kaum Raum für Entdeckungstouren. Das trübt seine Stimmung jedoch keineswegs, denn die Verbindung zu seinem europäischen Publikum ist für ihn etwas ganz Besonderes. Top zeigt sich tief berührt davon, dass viele Fans sogar Thai lernen, um die Sprachbarriere zu überbrücken. Diese Wertschätzung sorgt dafür, dass er sich – trotz der riesigen Distanz zu seiner thailändischen Heimat – hier vollkommen willkommen und geborgen fühlt.

 

Elisa Cutullè

 

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