
Die Schweizer Musikerin Veronica Fusaro wird die Schweiz beim 70. Eurovision Song Contest vertreten, der 2026 in Wien stattfindet. Die 28-jährige Künstlerin aus Thun tritt im zweiten Halbfinale am 14. Mai 2026 an und bringt dabei eine musikalische Handschrift auf die internationale Bühne, die für Ehrlichkeit, emotionale Tiefe und starke Live-Präsenz steht.
„Die Schweiz am ESC vertreten zu dürfen, fühlt sich für mich wie ein großes Vertrauensgeschenk an“, sagt Fusaro. „Ich möchte diese Bühne nutzen, um meine Musik ehrlich und ohne Maske zu zeigen.“ Für sie sei der Eurovision Song Contest vor allem ein Ort der Begegnung: „Der ESC bringt Menschen, Kulturen und Musik auf einzigartige Weise zusammen.“
Eine internationale Live-Künstlerin
Veronica Fusaro gilt als eine der spannendsten Stimmen im Schweizer Alternative Pop. Ihre Musik bewegt sich zwischen Pop, Soul- und Rock-Einflüssen und lebt von authentischem Storytelling. Als Tochter einer Schweizer Mutter und eines italienischen Vaters prägt kulturelle Vielfalt ihr künstlerisches Selbstverständnis.
Bereits 2016 wurde sie von SRF 3 als „Best Talent“ ausgezeichnet. Seither spielte sie über 500 Konzerte im In- und Ausland und stand auf renommierten Bühnen wie dem Glastonbury Festival, dem Montreux Jazz Festival oder dem Gurtenfestival. Internationale Aufmerksamkeit erlangte sie unter anderem als Support von Mark Knopfler im Amphitheater von Nîmes. Ihr Debütalbum All the Colors of the Sky (2023) erreichte Platz fünf der Schweizer Charts.
„Looking for Connection“ – Echtheit als künstlerischer Kern
Im Oktober 2025 veröffentlichte Veronica Fusaro ihr zweites Album Looking for Connection. Darin setzt sie sich mit dem Leben in der Postmoderne und dem Wunsch nach echter Verbundenheit auseinander. Dieses Thema spielt auch für ihren ESC-Auftritt eine zentrale Rolle.
Im Interview spricht Veronica Fusaro über ihre Erfahrungen und ihre Vision für Wien:
Deine internationale Festivalerfahrung – etwa in Glastonbury oder Montreux – wie beeinflusst sie deine ESC-Performance?
„Diese Erfahrung ist Gold wert. Auf internationalen Bühnen lernt man, im Moment zu bleiben, der eigenen Musik zu vertrauen und authentisch zu sein – auch vor Menschen, die einen noch nicht kennen. Genau das nehme ich mit auf die ESC-Bühne.“
‚Looking for Connection‘ handelt von Verbindung in der modernen Zeit. Wie spiegelt sich das visuell und im Kontakt mit dem Publikum in Wien wider?
„Es geht um echte Verbindung, ohne Filter. In Wien möchte ich das durch Schlichtheit und Präsenz zeigen und Raum für einen echten, gemeinsamen Moment mit dem Publikum lassen.“
Künstlerische Umsetzung mit Fredrik „Benke“ Rydman
Für die visuelle und konzeptionelle Umsetzung ihres Auftritts arbeitet Fusaro mit dem renommierten Creative Director Fredrik „Benke“ Rydman zusammen, einem der erfolgreichsten ESC-Kreativen der letzten Jahre.
Wie erlebst du die Zusammenarbeit mit Benke Rydman?
„Er ist sehr kollaborativ und kreativ. Ich schätze den Austausch mit ihm sehr. Er versteht meine musikalische Vision und hilft mir, sie für eine Bühne wie den ESC zu übersetzen, ohne sie zu verfälschen.“
Der ESC-Song selbst wurde am 11. März 2026 veröffentlicht.
Zwischen Schweizer Präzision und italienischer Emotionalität
Wenn du ein Element der Schweizer oder italienischen Kultur auf die ESC-Bühne mitnehmen könntest – welches wäre es?
„Die Schweizer Präzision mit der italienischen Emotionalität verbinden: fokussiert sein, aber gleichzeitig Raum für Gefühl lassen.“
Bereits in einem ausführlichen Interview aus dem Jahr 2025 sprach Veronica Fusaro über ihre künstlerische Entwicklung, ihre bikulturellen Wurzeln und ihren Wunsch nach Authentizität – Themen, die nun auch ihren Eurovision-Auftritt prägen.
Der Eurovision Song Contest 2026
Der 70. Eurovision Song Contest findet in der Wiener Stadthalle statt. Die Halbfinals werden am 12. und 14. Mai 2026, das Finale am 16. Mai 2026 ausgetragen und live auf SRF übertragen. Künstlerinnen und Künstler aus 35 Ländern treten an, bei einem weltweiten Publikum von über 170 Millionen Zuschauerinnen und Zuschauern.
Elisa Cutullè
