Geschichte gesucht: Werden Sie Teil der Großausstellung „ERZENGEL UND SINTERSONNE“

Das Bild zeigt eine düstere, dokumentarische Komposition, die wie ein historisches Zeugnis aus einem industriellen Kontext wirkt. Hier ist eine detaillierte Beschreibung:

Visuelle Komposition und Stil
Farbschema: Das Bild ist streng in Schwarz-Weiß gehalten, was eine ernste, fast geisterhafte Atmosphäre erzeugt.

Hintergrund: Den Hintergrund bildet ein dunkles, gitterartiges Schema, das an eine Kontrolltafel, einen Dienstplan oder ein Schichtbuch erinnert. Es sind Spalten und Zeilen sowie handgeschriebene Zahlen und Fragmente deutscher Wörter erkennbar (z. B. oben rechts das Wort „Frühschicht“).

Zentrale Motive: Im Vordergrund sind mehrere weiße Handabdrücke zu sehen. Diese wirken wie mit Kreide, Staub oder weißer Farbe auf die dunkle Oberfläche gedrückt. Sie sind über die gesamte Fläche verteilt und überlagern die technischen Notizen.

Details und Texturen
Handabdrücke: Es sind insgesamt vier bis fünf Abdrücke von menschlichen Händen erkennbar. Die Textur ist körnig und ungleichmäßig, was den Eindruck von schwerer körperlicher Arbeit und Schmutz verstärkt.

Schriftfragmente: Neben den gedruckten Linien des Rasters sieht man flüchtige, handgeschriebene Notizen und Ziffernfolgen, die teilweise von den Handabdrücken verdeckt werden. Dies deutet auf einen gelebten und benutzten Gegenstand hin.

Oberfläche: Die gesamte Oberfläche wirkt zerkratzt, abgenutzt und staubig, was den Eindruck eines alten Fundstücks aus einer Fabrik oder einem Bergwerk unterstreicht.

Symbolik und Kontext
Das Bild vermittelt eine starke menschliche Präsenz in einer eigentlich unpersönlichen, industriellen Umgebung. Die Handabdrücke wirken wie „Lebensspuren“ von Arbeitern, die sich in das starre System der Schichtpläne eingeschrieben haben. Im Kontext der erwähnten Ausstellung zur Völklinger Hütte symbolisiert das Bild eindringlich die körperliche Arbeit und die individuellen Schicksale hinter den historischen Daten der Industriegeschichte.

 

Das Weltkulturerbe Völklinger Hütte bereitet eine historische Gesamtdarstellung vor und bittet die Öffentlichkeit um Mithilfe. Gesucht werden persönliche Objekte, Fotos und Dokumente, die das Leben und Arbeiten in der Hütte dokumentieren.

Ab dem 1. November 2026 präsentiert das Weltkulturerbe Völklinger Hütte mit der Ausstellung „ERZENGEL UND SINTERSONNE“ bis zum 8. August 2027 die erste umfassende Gesamtdarstellung seiner Geschichte von 1873 bis heute. Die Schau verspricht einen innovativen Ansatz: Die historische Sammlung tritt in einen kreativen Dialog mit zeitgenössischer Kunst, Musik und Literatur, um die Industriegeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts neu erfahrbar zu machen.

Ein Fokus auf den Menschen und den Alltag

Neben einer globalen Perspektive auf die Familie Röchling und einer vertieften Aufarbeitung des Schicksals der Zwangsarbeiter:innen aus über 21 Ländern legt die Ausstellung einen besonderen Schwerpunkt auf die bislang weniger erforschte Sozialgeschichte. Es geht um den Lebensalltag von Generationen von Arbeiter- und Angestelltenfamilien.

Das Weltkulturerbe sucht daher konkret nach „Lebensspuren“ aus allen Epochen – vom Kaiserreich über die Zeit des Nationalsozialismus und die Saarstaatzeit bis hin zu den Wirtschaftswunderjahren, der Krise der 1970er-Jahre und der Schließung des Werks 1986.

Aufruf zur Mithilfe: Schätze vom Dachboden gesucht

Gesucht werden Zeugnisse des gesamten „Kosmos Völklinger Hütte“: Ob von Hüttenarbeiter:innen, Ingenieuren, Sekretär:innen, Werbegrafikern oder Direktoren. Jedes historische Detail kann wertvoll sein, um die Geschichte lebendig werden zu lassen. Dazu gehören unter anderem:

  • Fotos und Dokumente: Ausweise, Tagebücher oder Werbeunterlagen.

  • Persönliche Gegenstände: Arbeitskleidung, Kinderzeichnungen oder Werkzeuge.

  • Erinnerungsstücke: Objekte, die vom Leben mit und auf der Hütte erzählen.

Hintergründe zum Titel

Der Titel „ERZENGEL UND SINTERSONNE“ symbolisiert die Spannweite der Werksgeschichte: Er erinnert einerseits an die Schwerstarbeit der sogenannten „Erzengel“ (Frauen um 1900) und andererseits an die Umweltfolgen, wie den roten Sinterstaub der Nachkriegszeit, der die Sonne verfärbte. Die Ausstellung thematisiert damit die Realität und die Konsequenzen des Hüttenwerkes für Mensch und Umwelt direkt am authentischen Ort zwischen den riesigen Schwungrädern der Gebläsehalle.

So können Sie unterstützen

Besitzen Sie oder Ihre Familie noch unbekannte Schätze aus der Hüttenzeit? Das Weltkulturerbe bittet darum, in einem ersten Schritt aussagekräftige Fotos potenzieller Leihgaben oder Quellen per E-Mail einzureichen:

  • Kontakt: communication@voelklinger-huette.org

  • Frist: Idealerweise bis Ende März 2026

Helfen Sie mit, diese „andere Geschichte“ der Völklinger Hütte für zukünftige Generationen sichtbar zu machen.

Foto: (c) Weltkulturerbe Völklinger Hütte

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