Interview mit Luc Spada

 

 

Photo:  Melanie Ziggel

Wie beschreibst du dich?
Keine Prinzipien und ganz viele, unordentlich und sehr  ordentlich, eitel und alles egal, ehrlich und immer für eine Lüge zu haben. Kontrastprogramm.

Luxemburger, Italiener, Europäer: Wie fühlst du dich? Wie sehen dich die Anderen?
Wie die Anderen mich sehen, müssen die Anderen sagen. Für Europa bin ich wohl Luxemburger, denn ich habe nun mal einen Luxemburger Personalausweis. Meine Wurzeln sind italienisch. Meine Arbeit ist überwiegend auf deutsch. Mit meiner Freundin spreche ich französisch. Die Nationalitätenfrage oder dieses Zugehörigkeitsgefühl brauche ich nicht, ich habe sogar ziemliche Angst vor so einem Gemeinschaftsgefühl: “Ich bin das und das und so und so!“ Ich bin lieber alleine und in Bewegung. Für mich selbst bin ich dieser Typ, der gerne in Cafés rumhängt, in möglichst viele verschiedene Städte verreist und Geschichten erzählt.

Von Luxemburg nach Berlin: was bedeutet diese Reise?
Am Anfang war es von Luxemburg nach München, danach München nach Berlin. Was man wahrscheinlich wissen will, ist, wieso ich nicht in Luxemburg lebe? Die Frage ist einfach: Zu klein und zu einfach um nach oben zu kommen. Ich will nicht, dass es mir zu schnell zu gut geht, und schließlich träge und verwöhnt werde. Und ich kann mich jetzt schon nicht beklagen.
Wann hast du beschlossen Schauspieler zu werden?
Ziemlich früh, als Kind wie viele Kinder. Ich wusste vor allem, sorry wenn ich mich wiederhole, dass ich Geschichten erzählen will. Und alles andere nicht kann, also: nur Büroarbeit, Mathe, Arzt,…

Du schreibst auch. Wie sieht es mit Lesen aus? Lieblingsautor?
Ich lese wenig. Wenn ich lese, dann meistens Rainald Goetz, Murakami oder Jörg Fauser. Christoph Schlingensief inspiriert mich in meinem gesamten Schaffen.

Eins deiner Projekte ist es die Literatur den Jugendlichen näher zu bringen: Kannst du uns mehr verraten?
Ich sehe mich jetzt nicht als Botschafter für junge Literatur. Das machen andere Leute schon. Mein Anliegen ist es jungen Leuten klar zu machen, dass
Literatur spannend ist. Man merkt oft, in Workshops, dass Jugendliche Angst vor Sprache haben, weil sie es gewohnt sind bewertet zu werden, ein Schulproblem. Dabei gibt es für Sprache und Literatur nur eine „Regel“: Direktheit und Gefühl. Ich versuche aus den jungen Leuten ihre Stärken heraus zu
kitzeln, um diese dann weiterzuentwickeln.

An welchen Projekten arbeitest du zur Zeit und was wirst du uns demnächst vorstellen?
Im November gehe ich auf eine kleine Tour, ich veröffentliche mein neues Buch „Remix einer Abführung der lebenswichtigen Mittelmäßigkeit“ und plane ein neues Bühnenprojekt für März/April 2013.

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