DDC trifft: Gebärdensprache

Am Sonntag, dem 2. September 2012, hebt sich beim Theaterfest des Saarländischen Staatstheaters ein neuer Vorhang: Die staatlich geprüfte Gebärdensprachdolmetscherin Isabelle Ridder übersetzt zwei Programmpunkte der Donlon Dance Company/Ballett des SST für gehörlose und schwerhörige Menschen. Die öffentliche Probe von »Retrospektive« sowie der anschließende Workshop unter Leitung von Ballettdirektorin Marguerite Donlon (12.30 Uhr, Bühne des SST) und ein Teil der von Manuel Andrack moderierten »Plastic Ocean«-Auktion (13.30 Uhr, Außenbühne, Tbilisser Platz) werden so einem Publikum zugänglich gemacht, das allzu oft mit Barrieren in der Darstellenden Kunst zu kämpfen hat.

 

Tanz transportieren – so lautet die Aufgabe. Zwar ist Tanz in erster Linie visuell, doch spielt die Musik häufig eine tragende Rolle. Für gehörlose und auch schwerhörige Menschen ist das eine unüberwindbare Hürde. Wie erfasst man Musikalität, ohne die Musik zu hören? Isabelle Ridder sagt dazu: „Es ist einfach ein anderer Zugang zu schaffen, und natürlich hilft dabei die Gebärdensprache. Sie kann Musik übersetzen, sie beschreiben und erlebbar machen.“

 

Die Donlon Dance Company/Ballett des Saarländischen Staatstheaters bietet daher in der Spielzeit 2012/13 pro Produktion je eine Vorstellung mit einer gebärdensprachdolmetschenden Einführung an. Gehörlose und schwerhörige Zuschauer sind herzlich eingeladen, am Tanz in Saarbrücken barrierefrei teilzuhaben. Damit gibt das Ballett den Auftakt zu einem Thema, dem sich das Saarländische Staatstheater bald auch für die Sparten Oper und Schauspiel widmen wird. So stehen unter anderem Vorstellungen mit Audiodeskription auf der Wunschliste von Generalintendantin Dagmar Schlingmann, damit das Theater zukünftig auf die Bedürfnisse von Zuschauern mit stark eingeschränktem Sehvermögen eingehen kann. Auch der Zugang zur Alten Feuerwache für Rollstuhlfahrer soll verbessert werden.

 

Ballettdirektorin Marguerite Donlon freut sich auf die Zusammenarbeit mit der Gebärdendolmetscherin: „Inklusion ist ein Thema, das mir unheimlich wichtig ist. Tanz-Vorstellungen auch gehörlosen und schwerhörigen Zuschauern zugänglich zu machen ist ein Ziel, das mein Team und ich schon lange verfolgen. Umso glücklicher bin ich, dass es jetzt endlich klappt und wir durchstarten.“

 

Termine von barrierefreien Tanz-Vorstellungen für gehörlose und schwerhörige Menschen in der Spielzeit 2012/13 werden in Kürze bekannt gegeben.

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